Glossar zum Streifzug durch Clausthal
- Alter Mann
- Unter " Alter Mann " versteht man im Bergbau im Allgemeinen die ausgeerzten, ausgebeuteten und verlassenen Abbauflächen. Im Oberharz bezieht sich der Begriff auf die erste Periode des Bergbaues.
- auffahren
- Herstellen eines horizontalen Grubenbaus oder eines Grabens.
- Aufschlagwasser
- Die zum Antreiben von Wasserrädern (Kunst- oder Kehrräder) genutzten Wasser.
- aufwältigen
- Wiederherstellen vorhandener, aber verbrochener oder versetzter Grubenbaue oder Gräben.
- Ausbeute
- Der reine Überschuß einer Grube nach Abzug aller Betriebskosten und Abgabe des Zehnten.
- Ausbeutefahne
- Kam eine Grube erstmalig in Ausbeute, wurde eine sogenannte Ausbeutefahne hergestellt, welche neben dem Namen und Jahr auch symbolhafte Darstellungen enthält. Diese auf dem Dach des Zechenhauses angebrachte Fahne signalisierte, daß diese Grube Gewinn erwirtschaftete.
- Bergfreiheit
- Verleihung besonderer, nicht einheitlich festgelegter Rechte an die Bergbautreibenden, z.B. Befreiung von Frondiensten und Abgaben, Markt- und Schankrecht, freies Holz, Niederwildjagd, eigene Gerichtsbarkeit.
- Blindschacht
- Schacht, der zwei oder mehrere Sohlen untereinander verbindet, ohne jedoch nach über Tage zu führen.
- Bulge
- Lederner Sack zum Heraufholen des Wassers.
- Erbstollen
- Der jeweils tiefste Wasserlösungsstollen in einem Grubenrevier (vgl. Karte der Wasserlösungsstollen im zentralen Oberharz
).
13-Lachter-Stollen (Tiefe Wildemanns-Stollen
Der 13-Lachter-Stollen wurde 1524 begonnen, hat eine Länge von 9000 Metern und im Karoliner Schacht eine Teufe von 140 Metern
19-Lachter-Stollen (Getroste Hedwigstollen)
Der 19-Lachter-Stollen wurde 1551 begonnen, hat eine Länge von 8800 Metern und im Karoliner Schacht eine Teufe von 115 Metern. 1844 wurde das Mundloch des Stollens verlegt, der dabei angelegter Stollen dient heute in Wildemann als Besucherstollen. Er stößt nach 250 Metern auf den alten Wasserlösungsstollen.
16-Lachter-Stollen (Glückwardstollen)
Der 16-Lachter-Stollen wurde 1551 begonnen, hat eine Länge von 3200 Metern und eine Teufe von 90 Metern
Frankenscharrn-Stollen
Der Frankenscharrn-Stollen wurde 1548 begonnen, hat eine Länge von 8500 Metern und im Karoliner Schacht eine Teufe von 73 Metern
- Papst Eugen IV.
- Gabriele Condulmar, geb. 1383 in Venedig, gest. 1447 in Rom; Augustinereremit, wurde 1431 zum Papst gewählt. 1439 wurde er von den Basler Konzilsvätern abgesetzt und floh nach Florenz. Zum Gegenpapst wurde Felix V. gewählt.
- Fahrt
- Hölzerne Leiter zum Auf- und Absteigen in den Schächten.
- Fahrkunst
- Gegenläufig betriebenes Gestängepaar, das es den Bergleuten ermöglichte, durch Umsteigen von einem Gestänge zum anderen ein- bzw. auszufahren.
- Feldgestänge
- Hölzernes Gestänge, das die Drehbewegung eines Wasserrades über größere Distanzen zu den Künsten überträgt.
- Flügelort
- Teilstück eines Stollens oder einer Strecke, das zwei entfernte Grubenreviere miteinander verbindet.
- Gegenort
- Grubenbau, der einem anderen entgegengefahren wird.
- Gewerke
- Anteilseigner einer Kuxe . Die Gewerke waren verplichtet, die vom Bergamt festgesetzte Zubuße zu erlegen, andererseits waren sie zur Erhebung der ebenfalls vom Bergamt festgesetzten Ausbeute berechtigt.
- Gezähe
- Bergmännisches Handwerkszeug.
- Grubenhagen
- Welfisches Fürstentum, benannt nach der Burg Grubenhagen bei Einbeck.
- Georg Illing
- Georg Illing, geb. 1569 in St. Andreasberg, gest. 1644 in Clausthal, wirkte von 1623 bis 1644 als Oberbergmeister in Clausthal.
- Kehrrad
- Wasserad mit zwei gegenläufig angeordneten Schaufelkränzen. Je nach Beaufschlagung konnte die Drehrichtung des Rades gewechselt werden.
- Kunst, Künste
- Jede Art maschineller Vorrichtung im Bergbau:
Roßkunst - von Pferden angetriebene Fördereinrichtung
Wasser- oder Pumpenkunst
Stangenkunst - Feldgestänge
- Kunstrad
- Wasserrad zum Antrieb einer Kunst; im Gegensatz zum Kehrrad konnte sich ein Kunstrad nur in eine Richtung drehen.
- Kux
- Besitzanteil an einem Grubenbetrieb. Die Eigner einer Kux waren zur Erhebung der Ausbeute berechtigt, waren jedoch auch zur Zahlung der Zubuße verpflichtet.
- Lachter
- Früheres Längenmaß im Bergbau. Im Harz betrug 1 Lachter 1,92 m, in Hannover 2,04 m, in Preußen 2,09 m.
| 1 Lachter |
= 8 Spann |
= 1,92 m |
| 1 Fuß |
= 12 Zoll |
~ 0,292 m |
| 1 Spann |
= 10 Zoll |
~ 0,24 m |
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Nach: WILKE, A. (1952): Die Erzgänge von St. Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes.- Beih. Geol. Jb., 7: 228 S.; Hannover.
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- Oxidationszone
- Die oberste, vielfach bis zum Bereich des Grundwasserspiegel reichende, oxidativen Verwitterungsprozessen ausgesetzte Zone einer Lagerstätte (s. a. Zementationszone).
- Pinge
- Kessel- oder trichterförmige Vertiefung an der Tagesoberfläche, entstanden durch Einsturz von Grubenbauen.
- Pochwerk
- Die zur Zerkleinerung und Anreicherung der geförderten Erze dienende Betriebsanlage.
- Schlägel und Eisen
- Bergmännisches Werkzeug; nach der Arbeit legte der Bergmann den als Fäustel genutzten Schlägel über das Eisen (allgemeines Wahrzeichen
für den Bergbau).
- Stangenkunst
- Parallelgestänge, mit dessen Hilfe die am Kunstrad gewonne Kraft dorthin übertragen wurde, wo sie gebraucht wurde.
- Teufe
- Tief eines Punktes unter der Tagesoberfläche.
- Tilly
- Johann Tserclaes, Graf von Tilly, geb. 1559 in Brabant, gest. 1632 in Ingolstadt
. Feldherr im 30jährigen Krieg, der die Rekatholisierung von Halberstadt, Hildesheim Minden und Osnabrück erzwang. Schlug 1626 Christian IV von Dänemark bei Lutter am Barenberg, wurde 1632 von Gustav Adolf bei Breitenfeld geschlagen und tödlich verwundet.
- Trum
- Als Trum bezeichnet man:
a) einen Teil eines Erzganges
b) einen abgegrenzten Teil eines Schachtes oder sonstigen vertikalen Grubenbaues (Fahrtrum, Materialtrum)
- versetzen, Versatz
- Planmäßiges Wiederauffüllen von Abbauhohlräumen mit taubem Gestein.
- Wasserhaltung
- Alle Einrichtungen, die zum Sammeln und Ableiten der zusitzenden Wasser dienten.
- Wasserlösung
- Befreiung einer Grube von den zusitzenden Wassern.
- Zehnte
- Der zehnte Teil der ausgebrachten Metallmenge, die die Gewerken an den Landesherren abzuführen hatten.
- Zementationszone
- Bereich unterhalb der Oxidationszone von Erzlagerstätten, in dem sich der Inhalt der aus der Oxidationszone herabsickernden Lösungen im Berich sauerstoffarmen Bodenwassers niederschlägt.
- Zubuße
- Die Beträge, die die Gewerken der nicht in Ausbeute stehenden Gruben zu entrichten hatten. Die Höhe der Zubuße wurde vierteljährlich vom Bergamt festgesetzt.
- totsöhlig
- ohne Gefälle
Schriftenverzeichnis:
Deutscher Taschbuch Verlag (1975): dtv-Lexikon - Ein Konversationslexikon in 20 Bänden.- München.
LIESSMANN, W. (1992): Historischer Bergbau im Harz.- Schr. Mineral. Mus. Univ. Hamburg, 1: 320 S., 123 Abb.; Köln.
MURAWSKI, H. (1983) Geologisches Wörterbuch.- 281 Abb.; Stuttgart [überarb. u. erw. 8. Aufl.].
SCHMIDT, M. (1989): Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaues.- Frontinus 13: 373 S., 168 Abb. 26 Tab., 12 Taf.; Bergisch Gladbach.
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